Produktivität

Ideen festhalten und mehr erreichen

Wenn du die letzten Monate nicht gerade auf einer einsamen Insel verbracht hast, hast du wahrscheinlich schon mitbekommen, dass die Verfilmung von Lin-Manuel Mirandas Musical-Hit „Hamilton“ endlich erschienen ist. Und auch, wenn es fünf Jahre gedauert haben mag, bis die Show es vom Broadway auf die große Leinwand schaffte, ist das nichts im Vergleich zu den sieben Jahren, die Miranda zum Schreiben des Musicals gebraucht hat. Dabei entstanden Teile des Materials auch an einigen ungewöhnlichen Orten (Englisch): auf Fahrten in Zügen der berühmten Linie A der New Yorker U‑Bahn, in der Dominikanischen Republik – und sogar während seiner Flitterwochen!

Dass Miranda überall um sich herum Anregungen fand, ist kaum überraschend. Aus dem Alltag auszubrechen ist eine großartige Möglichkeit, um auf neue Ideen zu kommen. Aber Ideen können äußerst flüchtig sein. Der Gründer von Evernote, Stepan Pachikov sagte einmal: „Ein interessanter Moment im Leben dauert nur einen Augenblick.“ Die Herausforderung besteht darin, diese Momente – diese brillanten Ideen – festzuhalten, damit sie ewig weiterleben können. Daher braucht man eine Strategie, um sie einzufangen, sobald die Inspiration zuschlägt.

Den kreativen Prozess fördern

Es mag offensichtlich erscheinen, dass das Festhalten von Ideen im jeweiligen Augenblick dazu beiträgt, sich die Ideen besser merken zu können und den Kopf freizubekommen, um sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Aber das sind längst noch nicht alle Vorteile. Während eine Idee zwar in deinem Kopf aufkeimen kann, kommt sie erst dann voll zur Entfaltung, wenn du sie aus deinem Kopf herausholst.

  • Entwickle deine Gedanken weiter: Fakten und Gefühle können im Kopf durcheinanderschwirren, was es schwierig macht, eine klare Perspektive einzunehmen. Wenn du alles aufschreibst (Englisch), ist es einfacher, das große Ganze zu sehen, Muster zu erkennen und zu verstehen, was am wichtigsten ist.
  • Rege neue Ideen an: Während du eine Idee durchgehst, wirst du womöglich dazu angeregt, eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Oder vielleicht greifst du einfach eine Idee wieder auf, die du bereits vor Monaten hattest, und findest nun neue Wege, um ihr neues Leben einzuhauchen.
  • Steigere deine Produktivität: Laut einer Studie (Englisch) erhöht die anschauliche Beschreibung der eigenen Ziele die Wahrscheinlichkeit, diese zu erreichen, um das 1,2- bis 1,4‑Fache. Dasselbe Grundprinzip lässt sich auch auf die kreative Planung übertragen: Wenn du alle Einzelheiten zu einer Idee festhältst, erhöhen sich deine Chancen, sie zu verwirklichen.

Ideen aus dem Kopf in eine Notiz bekommen

Es gibt nicht den einen Ansatz zum Dokumentieren deiner Ideen, der für alle Fälle geeignet ist. Am besten experimentierst du mit verschiedenen Medien wie Wörtern, Zeichnungen, Bildern, Audio oder Video herum, um herauszufinden, was für dich am besten funktioniert. Das Ziel besteht darin, eine Methode zu finden, die dir intuitiv vorkommt und die zu deinen persönlichen Denkprozessen passt.

Im Folgenden stellen wir dir vier Möglichkeiten vor, wie du deine deine Ideen festhalten kannst.

  1. Besänftige deine Zweifel durch freies Schreiben

    Es ist leicht, sich zuversichtlich zu fühlen, wenn man mit seinen Gedanken allein ist. Sobald man diese nebulösen Ideen jedoch in Worte fassen soll, können schnell Selbstzweifel aufkommen. Das Momentum kommt ins Stocken, und was einmal eine spannende Idee war, verpufft auf dem Blatt Papier.

    Der Autor Seth Godin macht unser „Reptiliengehirn“ (Englisch), die Amygdala, für dieses Sträuben verantwortlich. In seinem Buch „Linchpin“ schreibt Gordin: „Das Reptiliengehirn ist der Grund, warum Sie Angst haben, der Grund, warum Sie nicht all die Kunst verwirklichen, die in Ihnen steckt, der Grund, warum Sie nicht liefern, obwohl Sie es können.“ Es ist die Stimme in deinem Kopf, die deine Entscheidungen infrage stellt und dich dazu drängt, auf Nummer sicher zu gehen. Du kannst dir allerdings antrainieren, mithilfe des freien Schreibens gegen diese Zweifel anzugehen.

    Das Ziel des freien Schreibens ist einfach: Schreiben ohne anzuhalten. Lege ein Zeitlimit fest, führe deinen Stift zum Papier oder deine Hände auf die Tastatur und höre nicht auf, bevor die Zeit abgelaufen ist. Kümmere dich nicht um die Grammatik oder Rechtschreibung, und wenn dir nichts zu schreiben einfällt, wiederhole immer wieder deine Hauptidee oder schreibe etwas wie: „Ich warte auf eine Idee“.

    Freies Schreiben ermöglicht es dir nicht nur, eine Idee auszudrücken, sondern auch, das Vertrauen und die Zuversicht in dich zu stärken. Wenn du dich regelmäßig in freiem Schreiben übst, wird dir das Beschreiben deiner Gedanken im Laufe der Zeit immer leichter von der Hand gehen. Wenn du dann über eine großartige Idee stolperst, kannst du sie schneller und mit größerer Zuversicht im jeweiligen Moment festhalten.

    Expertentipp: Erstelle in Evernote eine spezielle Notiz, die als Journal (Englisch) fungiert, in dem du alle Ergebnisse deines freien Schreibens speichern kannst.

  2. Diktiere deine Ideen jederzeit und überall

    Man formuliert Ideen anders, wenn man sie aufschreiben soll. Denke einmal darüber nach, wie du dich im Gegensatz zum normalen Reden beim Schreiben anhörst. Du verwendest zwangsläufig ein anderes Vokabular, und dein Tonfall wird auch anders sein. Womöglich fällt es dir auch schwerer, deine Gedanken schriftlich mitzuteilen, selbst mit wirkungsvollen Strategien wie dem freien Schreiben.

    Wenn es dir schwerfällt, deine kreativen Ideen mit einem Stift oder einer Tastatur festzuhalten, nimm dich selbst als Audio auf und erläutere sie laut. Angenommen, du machst auf der Arbeit ein Brainstorming zu neuen Möglichkeiten für die Durchführung eurer jährlichen Anwenderkonferenz. Wie würdest du das in einem Satz zusammenfassen? Oder stelle dir vor, du würdest deine Ideen deiner besten Freundin vorstellen. Was würde sie sonst noch wissen wollen? Welche Fragen würde sie haben?

    Auch Diktieren kann dir dabei helfen, deine Ideen festzuhalten, und zwar unabhängig davon, wo du dich gerade aufhältst, ob du im Auto unterwegs bist oder einen Spaziergang machst. Tatsächlich hat eine Studie aus Stanford (Englisch) ergeben, dass Spaziergänge die Kreativität um bis zu 60 Prozent steigern kann. Durch das Aufnehmen eines Diktats kannst du die Ergebnisse dieser Kreativität festhalten und im Fluss bleiben, statt während des Spaziergangs anzuhalten und nach einem Platz zu suchen, an dem du dich zum Tippen hinsetzen kannst.

    Expertentipp: Nimm direkt in Evernote eine Audionotiz auf, und ergänze sie später um Kommentare. Du kannst auch die Spracherkennung deines Geräts verwenden, um deine Ideen automatisch zu transkribieren.

  3. Erstelle eine Mindmap für Ideen im Entstehen

    Bei voll ausgereiften Ideen besteht das Ziel darin, möglichst viele Details festzuhalten, damit du sofort zur Tat schreiten kannst. Bei kleineren Ideen, die noch im Entstehen begriffen sind, ist es unmöglich, sich auf die Details zu konzentrieren. Halte stattdessen den Funken der Inspiration beispielsweise in Form eines einzelnen Wortes oder Bildes als Starthilfe für neue Anregungen fest.

    Mindmaps stellen eine perfekte Möglichkeit dar, um solche Funken festzuhalten. Anstatt eine Idee in Sätzen zu beschreiben, schreibe einfach ein Wort in die Mitte eines Blatts Papier. Notiere dann verwandte Wörter bzw. Gedanken rund um dieses zentrale Thema und verbinde sie jeweils mit einer Linie mit dem Zentrum. Wiederhole diesen Vorgang für Unterthemen und ergänze auf diese Weise kontinuierlich weitere Ebenen um deine Hauptidee herum. Das Endergebnis sieht dann wie ein Baum aus, von dem alle verwandten Gedanken und Themen als Zweige abgehen.

    Das Schöne an Mindmaps ist ihre freie Form, die es dir ermöglicht, Ideen dann aufzuzeichnen, wenn sie dir kommen, und das in beliebiger Reihenfolge. Diese Freiheit unterstützt die kreative Planung: Laut einer Umfrage (englisch) können Mindmaps die Produktivität und Kreativität um bis zu 30 Prozent steigern.

    Expertentipps:

    • Verwende zum Erstellen deiner Mindmaps eine App wie MindMaster, XMind oder TheBrain (Englisch), und speichere die Ergebnisse in Evernote.
    • Skizziere deine Mindmaps mit deinem Finger oder einem Eingabestift auf deinem Smartphone oder Tablet direkt in Evernote.
  4. Schaffe Raum für gemeinsame Ideen

    Freies Schreiben, Diktate und Mindmaps sind allesamt bestens geeignet, um deine eigenen Ideen festzuhalten. Du kannst in deinem eigenen Tempo vorgehen und die Art von Ergebnissen erzeugen, die für dich sinnvoll ist. Allerdings entwickeln sich nicht alle Ideen nur in einer Person. Wenn du im Team arbeitest, musst du die unterschiedlichen Arten und Weisen berücksichtigen, in denen verschiedene Menschen Ideen entwickeln, sie verarbeiten und artikulieren.

    Die Schaffung eines gemeinsamen Freiraums kann allen Beteiligten das richtige Maß an Flexibilität bieten. Stelle ihn dir wie einen digitalen Schmelztiegel vor, in dem jede Person das Medium nutzen kann, das ihre Ideen am besten verkörpert: Worte, Bilder, Videos oder auch bereits vorhandene Inhalte wie Nachrichtenartikel oder Blogs.

    Erstelle zu Beginn einfach ein Notizbuch in Evernote und klicke auf die Schaltfläche zum Freigeben, um deine Kollegen zur Mitarbeit einzuladen. Sie können Inhalte und Vorschläge zu deinen Notizen hinzufügen oder ihre eigenen Notizen erstellen. Das Endergebnis ist eine gemeinschaftliche, multimediale Darstellung der Ideen aller Beteiligten.

    Expertentipp: Speichere und kommentiere Bilder und PDF‑Dateien in Evernote, und verwende den Web Clipper, um inspirierende Webseiten zu erfassen.

Bewahre deine großen Ideen

Jede Stunde gehen dir Tausende von Ideen durch den Kopf, daher ist es entscheidend, dass du einen Plan hast, wie du diese Ideen festhalten kannst. Indem du deine Ideen durch Worte, Zeichnungen oder Audioaufnahmen zum Leben erweckst, kannst du sie für ewige Zeit bewahren. Wenn du sie dann später erneut aufgreifst, wirst du in die jeweilige Gedankenwelt zurückversetzt, um dort weitermachen zu können, wo du aufgehört hast, und neue Möglichkeiten erforschen zu können, die dir in den Sinn gekommen sind.

Mit Evernote lassen sich Aufgaben effektiv und mühelos organisieren.

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