492 • Produktivität

Wie man auch in schwierigen Zeiten diszipliniert bleibt

„Mögest du in interessanten Zeit leben.“

Dieses Sprichwort wurde von Arthur C. Clarke bis Hillary Clinton bereits von allen möglichen Leuten zitiert. Und auch wenn sein Ursprung nicht vollkommen geklärt ist, verstehen wir doch alle, dass es sich dabei um ein Fluch und nicht um einen Segen handelt. Seine Lektion besteht darin, dass Umwälzungen, Konflikte und Veränderungen in unserem Leben so viele von unseren mentalen und emotionalen Reserven aufbrauchen können, dass es unmöglich werden kann, sich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren.

Vor diesem Hintergrund war dieses Jahr sicherlich … interessant.

Vielleicht hast du deine Ziele für des Jahr 2020 schon im Januar festgelegt; womöglich hast du sogar einen Plan (Englisch) erstellt, um sie zu erreichen. Aber dann (*mit den Armen fuchtelnd*) passierte all dies, und deine Pläne blieben auf der Strecke. Jetzt stehst du da und denkst darüber nach, was hätte sein können, sein sollen – und fragst dich, wie du diese Ziele jemals erreichen sollst.

Die gute Nachricht ist, dass es noch nicht zu spät ist. Trotz all der Turbulenzen, die dieses Jahr mit sich gebracht hat, ist jeder neue Tag auch eine Gelegenheit, deine Sichtweise zu ändern, dein Ziel neu zu kalibrieren und es erneut zu versuchen.

Aber (und dies ist der wichtige Teil) um erfolgreich zu sein, muss sich etwas ändern. Neben dem Erstellen eines Plans für das, was du erreichen willst, gibt es eine entscheidende Fähigkeit, die du beherrschen musst: Selbstdisziplin. Wenn unerwartete Ereignisse eintreten (und das werden sie mit Sicherheit), wirst du dank ihr die Kraft haben, der Versuchung zu widerstehen und weiterhin auf deine Ziele fokussiert zu bleiben – ganz gleich, was das Leben dir zumutet.

Was ist Selbstdisziplin? Und warum ist sie wichtig?

Einfach gesagt bedeutet Selbstdisziplin, das zu tun, was du tun musst, wann du es tun musst, ob du es willst oder nicht. Selbstdisziplin ist die Stimme in deinem Kopf, die dich um 5 Uhr morgens aufweckt, um ins Fitnessstudio zu gehen – wenn du dich eigentlich nur auf die andere Seite drehen und weiterschlafen möchtest. Es ist die Stimme, die dich dazu drängt, dich weiter anzustrengen (unabhängig davon, ob dein Ziel darin besteht, ein besserer Künstler, Sportler, Unternehmer oder Freund zu werden), wenn du eigentlich lieber die neueste Netflix-Serie in einem Rutsch durchsehen möchtest.

Ohne Selbstdisziplin sind deine Ziele der Willkür deiner Situation ausgeliefert. Wenn die Dinge gut laufen, kannst du sie vielleicht noch erreichen; aber beim ersten Anzeichen von Konflikten wirst du aufhören. Wie der Autor Jim Rohn es ausdrückte: „Disziplin ist die Brücke zwischen Zielen und Erfolgen.“ Es ist der Weg, der dich von dem Punkt, an dem du dich gerade befindest zu dem Punkt führt, an dem du sein möchtest.

Ist Selbstdisziplin dasselbe wie Willenskraft?

Selbstdisziplin und Willensstärke (oder Selbstkontrolle) klingen irgendwie nach demselben Prinzip. Beide erfordern Opfer und Entschlossenheit – und beide sind wirklich schwer zu erreichen! Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Willenskraft ist spontan und unmittelbar; sie sagt Nein zu dem Stück Kuchen, das jemand dir anbietet. Selbstdisziplin hingegen ist eine bewusste, langfristige Entscheidung, die Dinge zu tun, denen du dich verschrieben hast, ohne dich ablenken zu lassen.

Bei der Willenskraft geht es darum, die Impulse und Wünsche zu kontrollieren und „nein“ zur Versuchung zu sagen. Bei der Selbstdisziplin geht es um fortlaufende Verbesserung; dich weiterzuentwickeln, um heute besser zu sein, als du es gestern warst. Während also Willenskraft eine großartige (sogar notwendige) Fähigkeit sein kann, um kurzfristige Ziele zu erreichen, ist Selbstdisziplin der Motor, der dein Leben antreibt und zu langfristigem Erfolg (Englisch) führt. Am besten stellst du sie dir als zwei einander ergänzende Kräfte vor, wobei Willenskraft Selbstdisziplin in Aktion ist.

Wie man Selbstdisziplin entwickelt

Lass uns nicht lange um den heißen Brei herumreden: Es braucht Zeit und Engagement, um Selbstdisziplin zu entwickeln, und du wirst unweigerlich Rückschläge erleiden. Aber wie Eleanor Roosevelt sagte: „Ich bin, wer ich heute bin, aufgrund der Entscheidungen, die ich gestern traf.“ Nachfolgend findest du drei Tipps zur Schulung deiner Selbstdisziplin, die dir dabei helfen werden, stark zu bleiben und dich in eine zielorientierte Maschine zu verwandeln:

Erfasse deine Ziele und lege dich fest

Wir haben schon früher über dieses Thema geschrieben (Englisch), aber es ist es wert, noch einmal wiederholt zu werden: Sobald du dich für ein Ziel entschieden hast, schreibe es auf (Englisch). Dr. Gail Matthews von der Dominican University of California fand heraus (Englisch), dass allein schon das Aufschreiben eines Ziels die Wahrscheinlichkeit, es zu erreichen, um 42 Prozent erhöht.

Es leuchtet ein. Wenn du ohne Karte quer durchs Land fährst, wirst du zwar irgendwo ankommen, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es nicht der von dir erwartete Ort ist. Zudem verschwendest du dabei viel Zeit und wertvolle Energie. Genauso verhält es sich mit deinen Zielen: Ohne einen Plan, wer weiß da schon, wo du landen wirst?

Frage dich als nächstes: Jage ich eigentlich dem hinterher, was ich im Leben wirklich will, oder nur dem, was ich wollen „sollte“? Wenn du nicht den brennenden Wunsch verspürst, dein Ziel zu erreichen, wirst du nicht die Selbstdisziplin aufbringen, um auch dann weiterzumachen, wenn es schwierig wird. Jedes Ziel, für das du dich entscheidest, muss etwas in dir entfachen, das nicht so einfach auszulöschen ist; etwas, das sich weigert, ein „Nein“ als Antwort zu akzeptieren.

Ergreife die Initiative:

  • Erstelle in Evernote eine Notiz und füge eine Checkliste hinzu, um für jedes Ziel einen Aktionsplan aufzustellen.
  • Verwende den Web Clipper, um Inhalte aus dem Web zu erfassen, die dir dabei helfen, das Erreichen deines Ziels zu visualisieren. Auf diese Weise bleibst du inspiriert, wenn es hart auf hart kommt.
  • Überprüfe deine Ziele jeden Tag, um sicherzustellen, dass du auf dem richtigen Weg bleibst und dass sie immer noch mit deinen wahren Wünschen übereinstimmen.

Verstehe deine Stärken … UND Schwächen

Springst du morgens aus dem Bett, voller Energie und bereit, den Tag in Angriff zu nehmen? Oder bist du eher der Typ „Sprich mich nicht an, bevor ich nicht drei Tassen Kaffee getrunken habe“? Beides ist in Ordnung (wirklich!), aber dich selbst zu verstehen und den Tag so zu planen, dass er zu deiner Lebensart passt, ist entscheidend für den Erfolg. Plane „Deep Work“ (Englisch) für Zeiten ein, von denen du weißt, dass du dich dann üblicherweise besser konzentrieren kannst, und nutze die anderen Zeiten für weniger fordernde Tätigkeiten.

Ebenso hast du womöglich eine Schwäche für soziale Medien (hey, wir fällen kein Urteil). In ihrem Buch „Mehr Zeit“ werden sie von Jake Knapp und John Zeratsky, den „Time Dorks“, als „Infinity Pools“ bezeichnet (Englisch), weil sie scheinbar niemals enden. Man kann einfach ewig weiterscrollen. Und auch wenn es unterhaltsame sein mag, sich auf diese Weise die Zeit zu vertreiben, lassen sich deine Pläne dadurch leicht zum Scheitern bringen. Erkenne stattdessen deine Schwachstelle, damit du dich leichter auf frischer Tat ertappen und wieder in die Spur zurückkommen kannst – bevor du einen halben Tag damit verbringst, nirgendwo hinzugelangen!

Andererseits kannst du dich vielleicht gut auf eine einzige Aufgabe konzentrieren, wenn du erstmal angefangen hast. Nutze das zu deinem Vorteil! Bringe dein Smartphone außer Reichweite, räume deinen Schreibtisch frei und bereite die Bühne vor, um gut und konzentriert Arbeit zu können.

All diese Tipps haben gemeinsam, dass sie dein Bewusstsein dafür schärfen, wer du bist. Sobald du ein tieferes Verständnis davon erlangt hast, wo du am leistungsfähigsten bist und wo du vielleicht ein wenig Unterstützung benötigst, kannst du deine Stärken ausspielen und deine Schwächen minimieren.

Ergreife die Initiative:

Verfolgen, reflektieren und nachbessern

Jetzt, wo du ein Ziel vor dir hast und dich selbst gut genug verstehst, um effektiv darauf hinzuarbeiten, steht dir nichts mehr im Weg, richtig? Sicherlich wird sich das Ziel nun quasi von selbst erreichen.

Nun, nicht ganz. Das Leben verläuft nicht immer so glatt, wie wir es gerne hätten (hallo, 2020!), also musst du anpassungsfähig und offen für die Möglichkeit sein, dass du deinen Plan nachjustieren musst. Es kann zu unerwarteten Komplikationen kommen, Zeitrahmen können sich verschieben – ganz egal, wie gut deine Planung war, es kann sein, dass du Änderungen vornehmen musst, um dein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich zu wissen, wo du stehst, während du auf deinem Weg voranschreitet. Halte dir daher jede Woche Zeit frei, um deine Pläne zu überprüfen und die Fortschritte zu verfolgen, die du in Bezug auf deine Ziele gemacht hast. Am wichtigsten dabei ist, ehrlich zu dir selbst zu sein. Das heißt, dass du sowohl deine Schwierigkeiten als auch deine Erfolge anerkennst, darüber nachdenkst, was du anders hättest machen können, und Strategien formulierst, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Zum Schluss noch ein kurzes Wort zum Thema „Versagen“: Man kann schnell entmutigt werden, wenn etwas schiefläuft, aber lass das nicht als Ausrede gelten, um aufzuhören. Allein die Tatsache, dass du es überhaupt versucht hast, ist schon ein Sieg. Du hast mehr Schritte in Richtung deiner Ziele unternommen, als die meisten Menschen jemals unternehmen werden, und dabei etwas Wichtiges gelernt: nämlich, was nicht funktioniert. Verwende dieses Wissen, nimm Änderungen vor, wo sie nötig sind, und versuche es einfach weiter, bis du Erfolg hast. Denn das Einzige, was mehr weh tut, als zu versagen, ist aufzugeben.

Ergreife die Initiative:

  • Verwende die Evernote-Vorlage Wöchentliche Überprüfung, um deinen Fortschritt zu verfolgen und sicherzustellen, dass du dich immer noch in die gewünschte Richtung bewegst.

Wenn dieses Jahr uns etwas gelehrt hat, dann, dass du unabhängig davon, wie gewissenhaft du für die Zukunft planst, eigentlich nicht weißt, was die Zukunft für dich geplant hat. Aber solange du dein eigentliches Ziel nicht aus den Augen verlierst und bereit bist, deinen Kurs gegebenenfalls zu korrigieren, kannst du alles, was auf dich zukommen mag, bewältigen und dein Ziel dennoch erreichen. Ein wenig gebeutelt und ramponiert vielleicht, aber wenigstens dort, wo du schon immer hin wolltest.

Mit Evernote lassen sich Aufgaben effektiv und mühelos organisieren.

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